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Der Umgang mit Schamgefühlen bei der Pflege von Angehörigen
Thea Regenberg
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Thea Regenberg
Schamgefühle in der Pflege: Ein Thema, das viele Angehörige kennen
Vielleicht kennen Sie diese Situationen selbst: Sie stehen mit Ihrem Angehörigen oder Ihrer Angehörigen im Badezimmer und es ist Unterstützung gefragt, zum Beispiel beim Umziehen, bei der Körperpflege oder bei einem Toilettengang. Und plötzlich breitet sich dieses Gefühl im Bauch aus. Eine Mischung aus Unsicherheit, innerer Anspannung und Scham. Geht es Ihnen auch so als pflegende Person? Oder haben Sie sich schon einmal dabei ertappt, wie Sie dann dachten: „Das ist mir jetzt aber unangenehm und ich weiß gar nicht, wie ich das schaffen soll.”
Scham begegnet uns oft genau dort, wo Pflege am persönlichsten ist: an der Badezimmertür, beim Entkleiden, beim Toilettengang oder beim Waschen empfindlicher Körperbereiche. Viele Angehörige kennen dieses Gefühl von Unbehagen, wenn sie plötzlich vor intimen Aufgaben stehen, die ihnen zunächst fremd sind. Scham zeigt uns, dass hier etwas sehr Intimes berührt wird, und zwar Würde, Selbstbestimmung und persönliche Grenzen. Und dennoch ist sie ganz natürlich. Es ist vollkommen normal, dass bei Ihnen als Tochter, Sohn, Partner oder Partnerin, Enkel oder Enkelin oder als nahestehender Mensch Schamgefühle auftauchen. Bei manchen stärker, bei anderen weniger. Aber: Ihrem Herzensmenschen geht es wahrscheinlich nicht anders als Ihnen, gerade weil er oder sie nun auf Hilfe angewiesen ist und möglicherweise selbst nicht darum bitten möchte. Auch dieser Gedanke kann manchmal wirklich entlasten. Wenn Sie sich darin wiederfinden, dann atmen Sie jetzt einmal tief durch: Es ist normal. Es ist menschlich. Und es ist vollkommen in Ordnung, dass es Ihnen so geht.
Wie feste Abläufe bei Schamgefühlen in der Pflege helfen können
Schamgefühle? Wir alle kennen sie. Jeder Mensch hat sie schon erlebt, mal stärker, mal schwächer. Und in der Pflege tauchen sie oft genau dann auf, wenn Sie und Ihr Angehöriger oder Ihre Angehörige sich in sehr persönlichen Situationen wiederfinden. Wie stark diese Gefühle sind, hängt häufig von Ihrer Beziehung, Ihrer Vergangenheit miteinander und davon ab, wie offen Sie miteinander umgehen können. Vielleicht fragen Sie sich jetzt: „Was kann ich eigentlich tun, wenn ich meinen Angehörigen oder meine Angehörige pflege und diese Schamgefühle uns im Weg stehen?“ Dann sollten Sie wissen: Es gibt Wege, die Situation spürbar zu erleichtern.
Gerade bei Schamgefühlen in der Pflege kann es entlastend sein, feste Abläufe zu entwickeln. Nicht als strenge Regeln, sondern als liebevolle Orientierung. Setzen Sie sich in einem ruhigen Moment zusammen und sprechen Sie darüber, was Ihnen beiden wichtig ist: Wie soll das morgendliche Waschen ablaufen? Wobei braucht Ihr Angehöriger Hilfe, und wobei möchte er selbst aktiv bleiben? Welche kleinen Handgriffe geben Sicherheit? Vielleicht ist es angenehmer, wenn Sie sich beim Ausziehen kurz abwenden. Vielleicht hilft eine geschlossene Tür oder eine leise Musik im Hintergrund. Vielleicht fühlt es sich besser an, immer nur den Körperteil zu entkleiden, der gerade versorgt wird. Das ist meistens so oder so viel angenehmer für die zu pflegende Person.
Wenn Sie diese Dinge gemeinsam besprechen, entsteht eine spürbare Erleichterung. Nichts kommt mehr überraschend, nichts fühlt sich überrumpelnd an. Stattdessen wächst ein Gefühl von Kontrolle, Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Und genau das kann Schamgefühle in der Körperpflege deutlich mildern. Sie werden merken: Mit jedem abgesprochenen Schritt wird die Situation ruhiger und würdevoller: für Sie und für Ihren Herzensmenschen.
Selbstständigkeit fördern: Warum Ressourcen Schamgefühle in der Pflege verringern
Eigene Grenzen wahrnehmen: Sie müssen nicht alles allein machen
Schamgefühle in der Pflege: Es darf trotzdem Raum für Leichtigkeit bleiben
Fazit: Gemeinsam in die Pflegesituation hineinwachsen
Schamgefühle gehören zur Pflege dazu, und Sie dürfen genau so fühlen, wie Sie fühlen. Mit jedem Gespräch, jedem kleinen gemeinsamen Schritt und jeder liebevollen Abgrenzung wird der Pflegealltag leichter und vertrauter. Sie müssen nichts perfekt machen. Eine gute Kommunikation, Routinen und das Wahrnehmen von Grenzen können Ihnen eine große Hilfe sein, wenn es um Schamgefühle geht.
Wenn Sie sich bei den Pflegethemen etwas sicherer fühlen möchten, begleiten wir Sie in unseren Pflege ABC Kursen sehr gern ein Stück auf diesem Weg. Dort finden Sie viele praktische Anleitungen und Erklärungen, die Ihnen den Pflegealltag erleichtern können.
Der Umgang mit Schamgefühl: Häufig gestellte Fragen
Was hilft bei Schamgefühlen in der Pflege?
Schamgefühle in der Pflege lassen sich minimieren, indem Sie offen darüber sprechen, feste Abläufe vereinbaren und die Bedürfnisse Ihres Angehörigen oder Ihrer Angehörigen gut kennen. Struktur, Ruhe und kleine Rituale können die Situation für beide Seiten deutlich erleichtern.
Warum entstehen Schamgefühle bei der Körperpflege?
Schamgefühle bei der Körperpflege entstehen oft ganz automatisch, weil die Situation sehr persönlich ist und ungewohnte Nähe entsteht. Das hat auch viel mit Würde und persönlichen Grenzen zu tun. Das kann sowohl für Ihren Angehörigen oder Ihre Angehörige als auch für Sie unangenehm sein. Diese Gefühle sind völlig normal.
Körperpflege: Wer hilft mir, wenn ich bestimmte Aufgaben nicht übernehmen kann?
Wenn Ihnen bestimmte Tätigkeiten unangenehm sind, dürfen Sie das klar äußern. Professionelle Pflegedienste können einzelne Schritte wie Intimpflege, Duschen oder medizinische Aufgaben übernehmen. Reden Sie ganz in Ruhe darüber.
Wie kann ich die Selbstständigkeit meines Angehörigen fördern?
Lassen Sie Ihren Angehörigen so viel wie möglich selbst tun. Das stärkt den Selbstwert und reduziert Schamgefühle. Unterstützen Sie nur dort, wo Hilfe wirklich nötig ist, und besprechen Sie gemeinsam, wie der Ablauf am besten gestaltet werden soll. Manchmal können liebevolle kleine Anleitungen und Hilfestellungen schon viel bewirken.
Wie kann ich während der Körperpflege mehr Privatsphäre schaffen?
Schließen Sie Türen, kündigen Sie jeden Schritt an und halten Sie den Raum frei von unbeteiligten Personen. Ein Handtuch, leise Musik oder vertraute Produkte können helfen, Schamgefühle in der Körperpflege deutlich zu verringern. Auch hier empfiehlt es sich, ganz in Ruhe darüber zu sprechen und die Wünsche des zu pflegenden Angehörigen zu erfragen.
Zur Autorin
Thea Regenberg
Als erfahrene Altenpflegerin kennt sich Thea Regenberg mit den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen bestens aus. Im Pflege ABC teilt sie ihr Fachwissen in der Grund- und Behandlungspflege, sowie der Organisation und Dokumentation von medizinischen und pflegefachlichen Abläufen.
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