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Erben & digitaler Nachlass – was Sie als pflegende Angehörige wissen sollten
Isabell Jungesblut
Wenn Sie einen Angehörigen pflegen, tragen Sie viel Verantwortung – oft rund um die Uhr. Zwischen Arztterminen, Anträgen, Pflege und kleinen Alltagssorgen bleibt kaum Zeit für Themen wie Testament oder Nachlass.
Gerade deshalb ist es wichtig, früh darüber zu sprechen – auch über den digitalen Nachlass. Wenn alles geregelt ist, sind Sie später entlastet und wissen im Ernstfall genau, was zu tun ist.
Aber genauso wichtig ist es, auch an Ihr eigenes Testament und Ihren eigenen digitalen Nachlass zu denken. Wer selbst vorsorgt, macht es den Menschen leichter, die später Entscheidungen treffen müssen.
Wer kann erben – und was wird vererbt?
Wenn ein Mensch stirbt, hinterlässt er Spuren – Erinnerungen, Liebe und auch Besitz, Verträge und Werte.
Jede verstorbene Person wird zum Erblasser und ihr Nachlass geht auf die Erben über.
Wer erbt, hängt davon ab, ob ein Testament oder Erbvertrag vorliegt.
Gibt es beides nicht, greift automatisch die gesetzliche Erbfolge – also eine feste Reihenfolge von Angehörigen.
Sie bestimmt, welche Familienmitglieder erben. Wer möchte, dass auch nicht verwandte Personen – etwa Pflegepersonen oder enge Freunde – berücksichtigt werden, muss das ausdrücklich im Testament festlegen.
Was vererbt wird, nennt man Nachlass. Er umfasst alles, was eine Person hinterlässt – Vermögen, Gegenstände, Rechte und Pflichten. Dazu gehören zum Beispiel:
Testament oder Erbvertrag – was ist der Unterschied?
Erben ohne Testament oder Erbvertrag – die gesetzliche Erbfolge

Erbrecht des Ehegatten oder eingetragenen Partners
Besondere Fälle
Warum ein Testament so wichtig ist

Testamentseröffnung und Ihre Entscheidungen als Erbe
Der Erbschein – Nachweis des Erbrechts
Der digitale Nachlass – das Erbe der neuen Zeit
Digitaler Nachlass Checkliste – so regeln Sie den Digitalen Nachlass Schritt für Schritt
Fazit: Vorsorge schafft Klarheit – auch beim Erben
Wer Angehörige pflegt, denkt im Alltag an sehr vieles – aber selten an das, was einmal bleibt. Dabei ist es gerade im Pflegekontext wichtig, frühzeitig vorzusorgen: für die Menschen, die Sie pflegen, und für die eigene Zukunft.
Eine klare Regelung des Erbes, ein verständlich formuliertes Testament und eine durchdachte Organisation des digitalen Nachlasses schaffen Sicherheit für beide Seiten.
Sie helfen Menschen dabei, ihren letzten Willen festzuhalten – ganz gleich, ob sie pflegebedürftig sind, Angehörige pflegen oder einfach frühzeitig vorsorgen möchten – und entlasten zugleich diejenigen, die später Entscheidungen treffen müssen.
So wird Erben nicht zur zusätzlichen Sorge, sondern zu einem Ausdruck von Fürsorge und Wertschätzung. Und das, was bleibt, ist gut geregelt und in vertrauensvollen Händen.
Erben und digitaler Nachlass: Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn niemand erbt?
Wenn keine Erben vorhanden sind oder alle das Erbe ausschlagen – etwa wegen Schulden – fällt der Nachlass automatisch an den Staat.
Der Staat kann das Erbe nicht ausschlagen, übernimmt es aber ohne persönliche Haftung.
Das heißt: Nur die vorhandenen Werte werden genutzt, um offene Rechnungen oder Schulden zu begleichen.
Muss ich ein Erbe annehmen?
Nein. Sie sind nicht verpflichtet, ein Erbe anzunehmen. Wenn Sie die Erbschaft nicht antreten möchten, können Sie sie innerhalb von sechs Wochen beim zuständigen Nachlassgericht ausschlagen. Tun Sie das nicht innerhalb dieser Frist, gilt das Erbe automatisch als angenommen – auch ohne ausdrückliche Erklärung.
Was ist der Pflichtteil?
Ein gesetzlich geschützter Mindestanteil, der meist Ehepartnern und Kindern zusteht – selbst, wenn sie enterbt wurden. Er beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
Was ist ein Erbschein?
Der Erbschein dient als amtlicher Nachweis, dass Sie erbberechtigt sind – zum Beispiel gegenüber Banken. Mit dem Antrag gilt das Erbe allerdings als angenommen.
Was gehört zum digitalen Nachlass?
Zum Beispiel gehören E-Mail-Konten, Cloud-Speicher, Social-Media-Profile und Online-Abos zum digitalen Nachlass. Legen Sie fest, wer darauf zugreifen darf, und speichern Sie Passwörter sicher ab.
Was ist die Erbschaftssteuer?
Die Erbschaftssteuer ist eine Steuer, die anfällt, wenn Vermögen – also Geld, Immobilien, Wertgegenstände oder andere Werte – vererbt wird. Wie hoch sie ausfällt, hängt vom Wert des Erbes und vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen Erblasser und Erbe ab.
Je näher die Beziehung, desto höher ist der Freibetrag und desto geringer ist die Steuer.
Wann ist das Erbe steuerfrei?
Ein Erbe ist steuerfrei, wenn sein Wert unter dem gesetzlichen Freibetrag liegt.
Freibeträge (Stand 2025):
Zur Autorin
Isabell Jungesblut
Als Expertin für Gesundheits- und Krankenpflege bringt Isabell Jungesblut umfangreiche Erfahrungen aus der Akutversorgung aber auch aus der vollstationären Langzeitversorgung mit. Hier im Pflege ABC teilt sie ihr umfangreiches Wissen mit Ihnen, um die Pflege für Sie zu erleichtern.
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