Was ist ein Burnout?

Thea Regenberg

Was ist ein Burnout?

   Thea Regenberg  
Burnout – in der Tat ist das etwas, das wir im Alltag oder in unserem sozialen Umfeld immer häufiger hören. Oft steckt dahinter dieses leise Gefühl: Ich kann nicht mehr so wie früher. Der Körper ist müde, der Kopf voll, und innen fühlt es sich manchmal einfach leer an, als hätte man über eine lange Zeit einfach zu viel auf Ihren Schultern getragen. Das kann wirklich jede und jeden treffen, im Beruf genauso wie zu Hause, als Mutter oder Vater oder wenn Sie einen zu pflegenden Angehörigen begleiten. Es ist zwar wichtig zu wissen, dass Burnout keine klar festgelegte Diagnose ist, wie zum Beispiel eine Depression, aber als Warnsignal sollten Sie es ernst nehmen und sich behutsam Unterstützung holen. 

Burnout: Wenn alles zu viel wird

Der Kopf einen Mannes brennt
Vielleicht lesen Sie diesen Artikel, weil Sie selbst Rat suchen oder weil Sie sich um einen Menschen in Ihrem Umfeld sorgen. In beiden Fällen ist es schön, dass Sie gerade jetzt hinschauen und sich mit dem Thema beschäftigen. Vielleicht taucht bei Ihnen auch in letzter Zeit öfter die Frage auf: Bin ich einfach „nur“ erschöpft oder steckt mehr dahinter? Damit sind Sie nicht allein. Und vor allem: Sie müssen da nicht einfach „durch“, nur weil Sie bisher immer funktioniert haben.

Burnout beginnt oft ganz leise. Man macht weiter, kümmert sich, reißt sich zusammen und denkt vielleicht: „Ich habe einfach nur einen schlechten Tag. Oder eine anstrengende Woche.“ Doch manchmal wird daraus ein Zustand, in dem die Kraft Schritt für Schritt weniger wird. Der US-Psychotherapeut Herbert Freudenberger hat in den 1970er Jahren genau das beobachtet: Besonders Menschen in stark fordernden, „helfenden“ Berufen gaben immer mehr und mehr, bis sie sich innerlich ausgebrannt fühlten. Heute wissen wir: Das kann nicht nur im Beruf passieren, sondern auch im Familienalltag, bei der Pflege von Angehörigen, in der Elternrolle oder überall dort, wo man dauerhaft das Gefühl hat, verantwortlich sein zu müssen. 

Dieser Artikel soll Ihnen eine kleine Orientierung geben, nicht als Selbstdiagnose, sondern als Einladung, hinzuschauen und ehrlich mit sich zu sein. Und wenn Sie merken, dass Sie Unterstützung brauchen: Holen Sie sie sich. Eine Hausärztin oder ein Hausarzt, psychologische Beratungsstellen oder Angebote Ihrer Krankenkasse können gute erste Anlaufstellen sein.
Sie müssen das nicht allein tragen.

Was ist ein Burnout und wie fühlt es sich an?

Burnout entsteht selten von einem Tag auf den anderen. Meist ist es ein Prozess, der sich über Wochen oder Monate entwickelt und oft so schleichend ist, dass man es lange gar nicht richtig merkt. Viele Betroffene erzählen, dass sie „einfach weitergemacht“ und durchgehalten haben, bis irgendwann nichts mehr ging. Und das ist kein Zeichen von Schwäche. Häufig ist es eher ein Zeichen dafür, dass Sie sehr lange stark waren und dabei Ihre eigenen Warnsignale zu selten ernst nehmen konnten.

Typisch sind Veränderungen auf drei Ebenen. Körperlich zeigt sich Burnout häufig durch Erschöpfung, Schlafstörungen, Verspannungen, häufige Infekte oder Kopfschmerzen. Manchmal auch durch Beschwerden wie Schmerzen oder Magen-Darm-Probleme. Emotional fühlen sich viele ausgelaugt und innerlich leer, sind schneller gereizt, ziehen sich zurück oder werden niedergeschlagen. Und mental wird einfach vieles schwerer: Konzentration, Entscheidungen, ein klarer Kopf, selbst kleine Aufgaben können plötzlich überfordern. 

Dazu kommt oft noch etwas, das viele sehr verunsichert: eine Art innere Distanz. Manche merken, dass sie sich von der eigenen Tätigkeit oder den täglichen Aufgaben entfremden, sei es im Job, im Haushalt, in der Pflege oder in der Familie. Dinge, die früher total selbstverständlich waren, fühlen sich nur noch belastend an. Und gleichzeitig sinkt die Leistungsfähigkeit: Man ist unkonzentriert, lustlos, hat weniger Ideen und das Gefühl, nur noch zu funktionieren.

Wenn Sie beim Lesen grad innerlich nicken, dann bitte nehmen Sie bitte einen Gedanken mit: Seien Sie freundlich zu sich. Sie müssen nicht erst „zusammenbrechen“, um Hilfe annehmen zu dürfen. Oft ist der wichtigste Schritt schon, sich einzugestehen: Ich brauche jetzt Entlastung und ich darf sie mir holen. 

Und ganz wichtig: Nicht jeder schlechte Tag bedeutet Burnout, aber dauerhafte Erschöpfung möchte ernst genommen werden.

Wie entsteht ein Burnout und wie wird er festgestellt?

Ein Burnout entsteht nicht durch „zu wenig Willenskraft“, sondern durch ein langanhaltendes Ungleichgewicht zwischen dem, was von uns verlangt wird, und dem, was wir an Kraft, Unterstützung und Erholung zur Verfügung haben, im Job genauso wie im Familienalltag, bei der Pflege von Angehörigen, durch Mental Load, emotionale Daueranspannung oder den Anspruch, immer stark sein zu müssen. Um ein Burnout einzuordnen, nutzen Ärztinnen, Ärzte und psychologische Fachleute vor allem Gespräche, manchmal ergänzt durch Fragebögen. Wichtig ist: Burnout ist nicht eindeutig medizinisch definiert, deshalb liefern solche Fragebögen eher Hinweise auf Belastung und Erschöpfung, aber keine sichere Feststellung. Online-Tests können eine erste Orientierung geben, sollten aber nie als verlässliche Einschätzung verstanden werden. Wenn Beschwerden länger anhalten oder stärker werden, ist es sinnvoll, das gemeinsam mit einer Fachperson in Ruhe zu besprechen.
Frau sitzt vor dem Laptop und hat zu viele To Dos gleichzeitig

Die Burnout-Phasen: Wie Erschöpfung Schritt für Schritt wächst

Burnout entsteht nicht plötzlich. Er entwickelt sich meist schleichend über viele kleine Schritte hinweg, die einzeln oft harmlos wirken. Nicht jede Person durchläuft alle Phasen, und nicht immer in dieser Reihenfolge. Das Modell wurde von dem Psychoanalytiker Herbert Freudenberger und seiner Kollegin Gail North erarbeitet.

Phase 1: Der starke Wunsch, sich zu beweisen
Am Anfang steht oft hoher Anspruch an sich selbst. Betroffene möchten alles besonders gut machen, haben Angst zu versagen und setzen sich selbst unter Druck. Eigene Grenzen und Bedürfnisse rücken dann in den Hintergrund.

Phase 2: Verstärkter Einsatz
Der innere Anspruch führt dazu, immer mehr zu leisten, und ja, häufig auch freiwillig. Mehrarbeit, Überverantwortung und das Gefühl, alles alleine schaffen zu müssen, nehmen zu. Aufgaben abzugeben fällt schwer.

Phase 3: Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
Die Überarbeitung wird zunehmend als „normal“ empfunden. Pausen, Schlaf, Erholung oder gesunde Routinen geraten in den Hintergrund. Häufig steigt der Konsum von Kaffee, Nikotin oder anderen stimulierenden Mitteln. 

Phase 4: Verdrängung von Konflikten und Warnsignalen
Körperliche Beschwerden, innere Spannungen oder Konflikte mit anderen werden ignoriert oder heruntergespielt. Vergesslichkeit, Terminchaos und Leistungsabfall nehmen zu, werden aber oft erstmal rationalisiert.

Phase 5: Umdeutung von Werten
Beziehungen, Hobbys und soziale Kontakte verlieren Stück für Stück an Bedeutung. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf Arbeit oder Pflichten. Es kann Empathie abnehmen, das Leben wird einseitiger.

Phase 6: Verleugnung der Probleme
Viele Betroffene fühlen sich missverstanden oder nicht ausreichend anerkannt. Der Ton wird zynischer, gereizter oder aggressiver. Gleichzeitig sinkt die Leistungsfähigkeit weiter, körperliche Beschwerden kommen immer mehr hinzu.

Phase 7: Rückzug
Soziale Kontakte werden zunehmend als Belastung erlebt. Gefühle von Orientierungslosigkeit und innerer Leere nehmen zu. Es gibt Personen, die immer mehr zu Ersatzstrategien wie übermäßigem Essen, Alkohol, Medienkonsum oder anderen Ablenkungen greifen. 

Phase 8: Deutliche Verhaltensänderungen
Der Rückzug verstärkt sich weiter. Misstrauen, Gleichgültigkeit und das Gefühl von Einsamkeit wachsen. Zuwendung wird manchmal als Angriff empfunden. Arbeit und Alltag werden als kaum noch bewältigbar erlebt.

Phase 9: Depersonalisation
Betroffene fühlen sich innerlich leer oder „nicht mehr sie selbst“. Sie funktionieren nur noch. Körperliche und seelische Beschwerden nehmen deutlich zu, wie etwa Magen-Darm-Probleme, Herz-Kreislauf-Symptome oder Vernachlässigung der eigenen Selbstfürsorge.

Phase 10: Innere Leere
Gefühle von Sinnlosigkeit, Mutlosigkeit und Angst stehen im Vordergrund. Manche entwickeln Panikattacken oder Phobien. Die innere Leere wird als sehr belastend erlebt.

Phase 11: Depression
Anhaltende Erschöpfung, Selbstabwertung, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung können auftreten. In dieser Phase ist eine klare fachliche Abklärung besonders wichtig.

Phase 12: Völlige Erschöpfung
In der letzten Phase erreicht die körperliche, emotionale und mentale Erschöpfung ein kritisches Ausmaß. Hier ist schnelles professionelles Handeln dringend erforderlich.

Was ist ein stiller Burnout und was macht ihn so tückisch?

Vielleicht kennen Sie die klassische Erschöpfung nach einem fordernden Tag: müde Beine, ein schwerer Kopf und nach einer Nacht Schlaf ist die Kraft wieder da. Beim stillen Burnout ist das anders. Er schleicht sich leise in den Alltag, oft ganz unbemerkt und getragen von Pflichtgefühl, Hilfsbereitschaft und dem Wunsch, weiter zu funktionieren. Das tückische daran: Nach außen wirken Betroffene häufig ruhig, stabil und leistungsfähig. Innerlich fühlen sie sich jedoch leer, angespannt oder wie abgeschnitten von sich selbst. Sie sprechen wenig über ihre Belastung, ziehen sich zurück und machen trotzdem weiter. Genau deshalb wird ein stiller Burnout oft spät erkannt. Er ist nicht weniger ernst als ein „lauter“ Burnout, nur weniger sichtbar. Anders als beim klassischen Burnout fehlen beim stillen Burnout oft die offensichtlichen Warnzeichen wie häufige Krankheitstage oder offene Überforderung. Viele Betroffene interpretieren erste Symptome als vorübergehende Phase und sagen sich: „Ich muss mich nur zusammenreißen.“ Über Wochen oder Monate verdichten sich jedoch innere Anspannung, Sinnfragen und ungelöste Konflikte, bis Körper und Psyche irgendwann nicht mehr mitmachen.

Erschöpfungsdepression und Burnout: Unterschiede kurz erklärt

Die Begriffe Erschöpfungsdepression und Burnout werden im Alltag häufig vermischt. Medizinisch ist eine Depression als eigenständige psychische Erkrankung klar beschrieben, Burnout hingegen wird eher als Zustand oder Syndrom infolge chronischer Überlastung, vor allem im Arbeitskontext, verstanden und ist kein eigenständiges Krankheitsbild. Viele Beschwerden überschneiden sich aber: anhaltende Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen, Rückzug und das Gefühl, „nicht mehr zu können“.

Trotzdem gibt es wichtige Unterschiede. Bei einer Depression sind Stimmung und Denken meist in fast allen Lebensbereichen betroffen: Typisch sind tiefe Niedergeschlagenheit, Interessen‑ und Freudverlust, Antriebsmangel, Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit, ein deutlich vermindertes Selbstwertgefühl und bei schwereren Verläufen auch Suizidgedanken. Diese breite, alle Lebensbereiche betreffende Symptomatik gilt nicht als typisches Kernmerkmal von Burnout. Burnout-Beschwerden stehen am Anfang häufig enger mit beruflichen oder anderen dauerhaften Belastungssituationen in Zusammenhang und äußern sich vor allem als Erschöpfung, innere Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit und einem Leistungsabfall. Ein weiterer Unterschied: Eine Depression kann auch plötzlicher oder nach sehr unterschiedlichen Auslösern auftreten, während Burnout meist mit langanhaltendem Stress, Überforderung und mangelnder Erholung verknüpft ist. Gleichzeitig zeigen Studien und klinische Erfahrung, dass Burnout-Symptome das Risiko erhöhen, in eine depressive Episode zu rutschen. Gerade deshalb ist es wichtig, anhaltende Erschöpfung, Rückzug oder das Gefühl innerer Leere nicht zu verharmlosen, sondern frühzeitig ärztlich oder psychotherapeutisch abklären zu lassen. Nur Fachpersonen können sicher unterscheiden, ob es sich um ein Burnout, eine Depression oder eine andere Erkrankung handelt und welche Behandlung sinnvoll ist.
Mutter ist ueberfordert mit Kind und Arbeit

Burnout bei Müttern: Wenn die Verantwortung nie endet

Burnout bei Eltern ist nicht zu unterschätzen. Es entsteht oft nicht, weil „zu wenig Belastbarkeit“ da ist, sondern weil über lange Zeit zu viel gleichzeitig getragen wird. Häufig sind es Mütter, die einen großen Teil dieser Arbeit im Stillen leisten. Aber auch Väter oder andere Bezugspersonen können an ihre Grenzen kommen: Sie planen, koordinieren, tragen Verantwortung, sind emotional verfügbar und das oft rund um die Uhr.

Ein zentraler Punkt ist der sogenannte Mental Load, also die unsichtbare Koordinationsarbeit im Kopf. Dazu gehören das ständige Planen und Organisieren: Arzttermine, Kita, Mahlzeiten, Wäsche, Einkäufe, Hausaufgaben. Dazu kommt dieses dauernde „Vordenken“: Haben wir noch Milch? Wann ist die nächste Impfung? Was braucht das Kind morgen? Und nicht zuletzt die emotionale Organisation: Streit schlichten, Gefühle begleiten, Entwicklung im Blick behalten, trösten, beruhigen, motivieren. Viele Eltern sind dadurch im Außen ständig beschäftigt und im Inneren nie wirklich „aus“.

Erschwerend kommt häufig ein Schlaf- und Erholungsdefizit dazu. Chronischer Schlafmangel macht nicht nur müde, sondern kann auch Konzentration, Geduld und emotionale Stabilität deutlich beeinträchtigen. Dazu kommt die Rund-um-die-Uhr-Verantwortung: Es gibt keine klare Feierabend-Grenze. Viele Eltern erleben eine ständige Bereitschaft. Selbst wenn die eigene Energie längst am Limit ist, werden weiterhin Nähe, Geduld und Stabilität erwartet. Manche beschreiben dabei auch ein Gefühl von Identitätsverlust: als wäre man nur noch „Mama“ oder „Papa“ und alles andere rückt in den Hintergrund.

Und dann sind da noch gesellschaftliche und innere Erwartungen. Das Bild der „perfekten“ Mutter oder des „perfekten“ Vaters steht schnell im Raum: ein liebevoller Alltag, ein ordentliches Zuhause, gesunde Mahlzeiten, fröhliche Kinder, nebenbei vielleicht noch Job, Partnerschaft, Hobbys und am besten alles mit Leichtigkeit. Typische Warnsignale können deshalb zuerst ganz unscheinbar beginnen: Reizbarkeit gegenüber Kindern oder Partner, das Gefühl, Aufgaben nur noch mechanisch abzuarbeiten, weniger Freude an Dingen, die früher gut getan haben. In fortgeschritteneren Phasen kann es passieren, dass man selbst in freien Momenten nicht mehr abschalten kann, ständig grübelt oder der Körper sich meldet.

Hier gilt: Wenn alles zu viel ist, liegt das nicht an Ihnen, sondern oft an zu viel Last auf zu wenigen Schultern. Holen Sie sich Unterstützung ins Boot.

Fazit: Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen!

Wenn Sie merken, dass Sie Unterstützung brauchen, holen Sie sie sich. Sie müssen nicht erst völlig erschöpft sein, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ärztinnen und Ärzte, therapeutische Angebote, psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen oder sozialpsychiatrische Dienste sind dafür da, gemeinsam mit Ihnen hinzuschauen und nächste Schritte zu gehen. Auch kirchliche Beratungsstellen bieten geschützte Räume für Gespräche, Orientierung und Entlastung. Und wenn Sie sich jetzt um Ihren Arbeitsplatz sorgen: Die durchschnittliche Ausfallzeit bei Burnout ist sehr unterschiedlich. Manche Menschen brauchen einige Wochen, andere deutlich länger und beides ist in Ordnung. Sie werden deswegen nicht Ihre Arbeit verlieren. Entscheidend ist dabei nicht, wie schnell Sie „wieder funktionieren“, sondern dass Sie sich die Zeit nehmen dürfen, die Ihr Körper und Ihre Seele brauchen. Je früher Entlastung beginnt und je besser die Unterstützung ist, desto leichter kann der Weg zurück werden und Ihnen wieder mehr Normalität zurückgeben. Wichtig ist: Eine Auszeit bedeutet kein Scheitern, sondern Verantwortung für sich selbst. Eine gute erste Anlaufstelle für Orientierung ist der Bundesverband Burnout und Depression mit einer Übersicht zu Beratungsstellen.

💜-liche Grüße 

Ihre Thea Regenberg



Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn es Ihnen über mehrere Wochen deutlich schlechter geht oder Sie sich sehr hoffnungslos fühlen, wenden Sie sich bitte an ärztliches oder psychotherapeutisches Fachpersonal. In akuten Notfällen erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800/1110111, 0800/1110222 oder 116123. Bei akuter Selbstgefährdung wählen Sie bitte den Rettungsdienst unter 112. Weitere Informationen bietet außerdem das Info-Telefon Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe unter 0800/3344533.


Burnout: Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Burnout genau?

Burnout beschreibt einen Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung, der sich meist über längere Zeit entwickelt. Betroffene fühlen sich ausgelaugt, innerlich leer und dauerhaft überfordert. Wichtig ist: Burnout ist keine klar festgelegte medizinische Diagnose, sondern ein Warnsignal dafür, dass Belastung und Erholung über längere Zeit aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Welche Symptome für ein Burnout sind typisch?

Die Symptome für ein Burnout können sehr unterschiedlich sein. Häufig treten anhaltende Erschöpfung, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Reizbarkeit, innere Leere oder Rückzug auf. Auch körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder häufige Infekte können dazugehören. Entscheidend ist weniger ein einzelnes Symptom als die Dauer und Intensität der Belastung.

Wie entsteht ein Burnout?

Ein Burnout entsteht meist durch ein langfristiges Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und verfügbaren Ressourcen. Das kann im Beruf passieren, aber auch im Familienalltag, bei der Pflege von Angehörigen, durch Mental Load, emotionale Daueranspannung oder den Anspruch, immer stark sein zu müssen. Burnout ist also kein Zeichen von mangelnder Belastbarkeit, sondern oft die Folge davon, zu lange über die eigenen Grenzen gegangen zu sein.

Was ist ein stiller Burnout?

Ein stiller Burnout verläuft besonders unauffällig. Nach außen wirken Betroffene häufig ruhig, leistungsfähig und „funktionierend“, während sie innerlich stark erschöpft sind. Sie sprechen wenig über ihre Belastung, ziehen sich zurück und machen trotzdem weiter. Gerade weil die Warnzeichen weniger sichtbar sind, wird ein stiller Burnout oft spät erkannt. Er ist jedoch genauso ernst zu nehmen wie andere Formen von Burnout.

Wie lange ist die durchschnittliche Ausfallzeit bei Burnout?

Die durchschnittliche Ausfallzeit bei Burnout ist sehr unterschiedlich und kann von einigen Wochen bis zu längeren Phasen reichen. Sie hängt unter anderem davon ab, wie ausgeprägt die Erschöpfung ist, welche Unterstützung vorhanden ist und wie früh Entlastung beginnt. Wichtig zu wissen: Eine Auszeit ist kein Scheitern, sondern ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung und langfristigen Gesundheit.
Thea Regenberg
Zur Autorin

Thea Regenberg

EXAMINIERTE ALTENPFLEGERIN & PFLEGEBERATERIN
Als erfahrene Altenpflegerin kennt sich Thea Regenberg mit den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen bestens aus. Im Pflege ABC teilt sie ihr Fachwissen in der Grund- und Behandlungspflege, sowie der Organisation und Dokumentation von medizinischen und pflegefachlichen Abläufen.
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